Ein neuer Lebensberuf beginnt im Juli 1862

 

[SKIZZE]

Das Erste was ich vornahm, war, ich ließ die Wagenremise, Pferdestall, Kutscherstube nicht einrichten, weil ich keine Equipage brauchte; ließ das an der nördlichen Hausseite projektierte Pflanzenhaus nicht einrichten und ließ es auf die Südseite aufbauen und die Nordseite zu 4 Zimmer aufbauen, wie es vorstehende Skizze veranschaulicht. Den ganzen II Stock vermiethete ich einer Hamburger Familie Dr. Schmidt; die mit I-V bezeichnete Räumlichkeit bildete meine Wohnung; die mit 1-7 bezeichnete, bezog im Herbst mein Schwiegervater mit seiner langjährigen Pflegerin Frl. Luhmau, sie aßen auch mit mir zusammen, bezahlten Wohnung und Essen. Ich hatte eine alte erfahrene Köchin in Dienst genommen, über die Frl. Luhmann die Aufsicht führte. Ich erhielt eine große Heu-Obst-Gemüse-Ernte, aber noch viel größere Traubenernte. Ich erzielte eine Einnahme, dazu den Mietzins und meine Pension, sodaß ich leicht den Capitalzins bezahlen konnte und dabei eine ansehnliche Summe Geld übrig hatte. Da die Einfriedung meines Gutes an der Gartenstraße sehr vernachlässigt war und sehr verlottert aussah, ließ ich im Frühjahr 1863 einen ca. 500 Fuß langen schönen eisernen Lanzenhag, Lanzenbündelsäulen und steinernen Quadersockel herstellen; er kostete nebst Anstrich ca. 5130 Mark. Dann legte ich mit Hilfe meines Gärtnerburschen mein ganzes Gut parkartig an, sodaß ich nun auch zum Erstenmal meine Freude daran hatte, ja sogar fremde Personen spendeten mir unverhohlen ihr Lob. Ich trat im Herbst in eine Jagdgesellschaft ein; wurde außerdem noch von der anderen Gesellschaft eingeladen. Hier muß ich noch auf ein Zwiegespräch, welches ich im Frühjahr mit Papa Osterloff hatte, bevor er wieder nach Baden-Baden zog. Wir setzten uns ins Rosengärtchen und er begann ungefähr folgendes Gespräch: "Lieber Schleip! Die Luhmann hat mir gesagt, daß Ihr Gärtner und Ihre Köchin Sie beschummeln und betrügen; ich rate Ihnen deshalb, dieselben in aller Stille und im Guten fortzuschicken und andere zu engagieren. Dann möchte ich Sie fragen: ob Sie Ihr Gut nicht lieber verkaufen wollen? Denn mit fremden Leuten sind und bleiben Sie immer mehr oder weniger abhängig. Wollen Sie jedoch das Gut behalten, so müssen Sie sich wieder verheirathen, aber um Gotteswillen, nehmen Sie keine zu junge Frau. Sie könnten mit einer solchen das Haus voll Kinder bekommen und mit ihnen viele Sorgen und Mühen. Weiter: Als wir das Letztemal bei Schmidts in Gesellschaft waren, habe ich und die Luhmann bemerkt, daß sich 2 von den jungen Fräuleins gern mit Ihnen zu schaffen machten. Sie sind im kräftigsten Mannesalter! also seien Sie vorsichtig mit einer Jungen. Ich antwortete: Papa! ich habe durchaus keine Lust wieder zu heiraten; denn meine erste Heirat hat für Sie und für mich das traurigste Ende genommen. Ich würde mich entschließen das Gut zu verkaufen; allein es sind so wenig Fremde hier und die hiesigen Bewohner zeigen keine Kauflust, wie Sie ja selbst erfahren haben. Ich will also die Sache an mich heran kommen lassen. So endigte mein letztes Zwiegespräch mit meinem alten Freund und guten Schwiegervater.

Mein eigentliches Vergnügen bildete die Jagd; der Winter verging und das Frühjahr rückte immer näher.

Am 16. Februar 1864 erhielt ich einen Brief von Hafnermeister Hutter in Opfingen der ungefähr folgendermaßen lautete:

Geehrter Herr Schleip!
Sie werden gütigst entschuldigen, daß ich so frei bin, Sie mit einem Brief zu belästigen. Ich ging nämlich letzthin an Ihrem Gut vorüber, und sah den schönen Hag und die schönen Wege; da fehlt nun auch eine Eva. Wenn Sie, Herr Schleip, wieder heiraten wollten, dann könnte ich Ihnen ein schönes Mädchen nennen; dasselbe ist Waise und hat auch hübsches Vermögen. Wenn Sie diesen Brief nicht übel genommen, dann schreiben Sie mir Antwort.
Hochachtend Hutter

Am 18. Februar fuhr ich zu Hutter, um etwas Näheres davon zu erfahren; er selbst kam am 27/II; am 7/III. u. am 11 ten März longirte ich mit mehreren Jägern auf Schnepfen; dinirten im "Hirschen" in Opfingen. Nach dem Essen ging ich zu der bewußten Familie, wo ich Fräulein Walter, am Spinnrädchen sitzend, auf einige Ausgenblicke sah. Am 31. März kam ein Brief von Hutter w. einer Reise mit Frl. Walter u. am 2 April kam er selbst zu mir; es wurde besprochen, daß wir uns den nächsten Tag (Sonntag) früh 6 1/2 Uhr in Schallstadt - Station treffen, um dann nach Badenweiler zu reisen. Das geschah auch. Wir kehrten im Gasthof "Zum Römer" ein, besuchten auch die alte Ruine; unterhielten uns sehr gut u. nachdem uns Hutter gegen Abend voraus ging, ging ich mit Frl. Walter auf der großen Straße zur Eisenbahnstation zurück u. fuhren nun alle drei nach Schallstadt zurück, wo wir uns trennten. In meinem Tagebuch vom 3 ten April steht: Selma hat in ihrer Markgräfler Tracht einen sehr günstigen Eindruck auf rnich gemacht; sie ist ein hübsches Mädchen u. wenn sie einige Jahre an meiner Seite u. in gebildeter Gesellschaft verlebt, wird sie gewiß eine Frau, mit der man zufrieden durchs Leben gehen kann. Nun, ich will alles Gute hoffen. - Ob ich es gut u. aufrichtig meinte, zeigt, daß ich ihr meine Photographie verehrt hatte. - Das war eine Voreiligkeit von mir; denn Frl. Walter hatte während unseres Aufenthaltes in Badenweiler nicht gesagt, daß ich gefalle, obgleich ich sie gefragt; ob ich um ihre Hand anhalten dürfe ? antwortete sie zögernd: Sie können ja uns immerhin besuchen. Nun schrieb mir Hutter am 5 April ganz kurz:

das Mädchen hats bereut, u. will deßwegen nicht heirathen, weil Sie Ihr Gut verkaufen u. ihr mehrere anonime Briefe geschickt worden seien. Ich antwortete ebenso kurz: Unsere Bekanntschaft habe zu meinem Bedauern ja eben erst begonnen; ich würde deßhalb nicht an unglücklicher Liebe sterben; er möchte aber so gefällig sein, dafür zu sorgen, daß Frl. Walter meine ihr so voreilig verehrte Photographie zurück schicke. - Am 7 ten kam Hutter ohne Portrait u. am 9ten Hutter, Linser u. 2 Stunden später auch der Vormund v. Frl. Walter. Ich erklärte den 3 Männern, daß der Inhalt der anonimen Briefe reine Lügen von neidischen Zungen seien und der Klatsch vom Verkauf meines Gutes auf willkürliche, übelwollende Nachrichten beruhe. Nach längern Darlegungen meinerseits schieden wir mit der Hoffnung, es werde noch Alles gut werden.

Am 16 April schrieb ich den 1 ten Brief an Frl. Walter, u. einige Zeilen an Hutter, fragte an, ob ihr mein Besuch angenehm sein würde ? Darauf erhielt ich von Hutter die Antwort, ich solle nur kommen, ich würde gewiß gut aufgenommen.

Am 20 April fuhr ich, hübsch angezogen, nach Opfingen, wurde von Frl. Walter, ihrer Großmutter, vom Vormund u. Hutter sehr freundlich aufgenommen. - Bei einem Krug Wein habe ich allen Anwesenden meine ganzen Vermögensverhältnisse dargelegt u. ihnen versichert, daß es mir gewiß nicht einfallen werde, mein schönes Anwesen zu veräußern, wenn ich die Gewißheit von ihnen bekäme, ein so schönes Mädchen, wie Frl. Walter sei, als meine Frau heimführen zu dürfen ! - Der Vormund u. Hutter wurden lustiger und Frl. Walter ihr liebliches freundliches Gesicht, gab mir Muth sie zu fragen: "Nun, Fräulein Selma, wollen Sie meine Frau werden ? sie antwortete schüchtern "Ja", ich schloß sie in meine Arme u. drückte den 1 ten Kuß auf ihre Lippen, u. den sie auch gerne erwiederte. Die gute Großmutter gab auch ihre Einwilligung u. das liebliche 14 jährige Schwesterchen zeigte ebenfalls ein freudiges Gesichtchen. Wir blieben bis 9 Uhr beieinander u. ich kehrte heim als beglückter Bräutigam denn ich hatte die Gewißheit empfunden, daß mich Selma aufrichtig lieb gewonnen habe. - Es sind noch mehrmals niederträchtige anonyme Versuche gemacht worden, unsere Verheirathung zu verhindern, aber vergeblich.

Heute 26 ster Mai 1900 ! bemerke ich zum 1 ten mal, daß die Blätter aus meinem Notizbuch, vom 1 Januar 1864 bis dahin zum 8 ten Februar und vom 22 ten April bis zum 1 ten Juli 1864 fehlen; wo die hingekommen, ist mir ein Rätzel ? Wie oft ich in dieser letzen Zeit in Opfingen gewesen, weiß ich daher auch nicht !

Samstag 2 Juli kam Selma, Hutter u. Kiechle an; wir frühstückten u. aßen Mittag zusammen; Kiechle theilte mir die ganzen Vermögensverhältnisse von Selma mit u. besprachen auch den zu machenden Ehevertrag. Dann entfernten sich die 2 Männer u. Selma u. ich setzten uns ins Rosengärtchen; plauderten über unsre Einrichtung u. über alles Mögliche. Dabei bemerkte ich, daß Selma nicht das stille Mädchen sei, wofür ich sie beurtheilt hatte, sondern daß sie such heiter u. liebenswürdig war. Das war auch ganz natürlich; denn bis jetzt hatten wir noch kein Wort, ohne Beisein eines ihrer Verwandten, allein sprechen können. Unsere Unterhaltung wurde vertraulicher, inniger, und so wurde in dieser Stunde eigentlich erst der Bund für unser ganzes Leben geschlossen !

6 Uhr abends fuhr sie mit ihrem Vormund heim. In den nun folgenden Tagen ließ ich ein Zimer im III. Stock bauen, für Selma's Schwesterchen. Am 13 Juli kam S. mit Großmutter, wir gingen zur Schneiderin u. kaufte für S. ein Kleid u. sie schenkte mir ein Paar schöne Hosenträger. Am 17 Juli fuhr ich nach Opfingen; mit S. zum Großvater Walter, ich schenkte ihm 4 Forellen u. 3 Fl. Rothwein; Nachmlttag gingen wir S. K. H. K. u. ich unter gr. Zahnschmerzen im Feld spazieren, die glücklicherweise vor dem Heimfahren gestillt wurden. Am 23 Juli kam S., probierte ihr blaues Kleid u. Hütchen u. waren dann allein, bis Kiechle zum Essen kam. Er sollte uns in St. Georgen erwarten; als wir aber ankamen, war er schon fort, und da mußte uns der Lindenwirth nach Opfingen fahren.

Am 28 Juli kam S. mit Schwester; wir statteten Brautvisitten ab. Nachmittag bei Osterloff zum Kaffe u. Abends fuhr uns Osterloff nach Opfingen zur Großmutter, wo ich auch übernachtete. Am 6 August kam S. u. Schwester; Nachmittag 4 Uhr wurde unser Ehevertrag, im Beisein von Zeugen gemacht u. unterschrieben, u. abends unser Aufgebot beim Decan bestellt. Selma u. Schwester blieben da und schliefen in dem neu hergerichteten Zimmer, bis zum Montag, wo wir noch Möbel besahen; 4 1/2 Uhr ließ ich sie wieder heim fahren. - Am 11 Aug. kam Großmutter u. S.; wir kauften Möbel u. bestellten Selmas Hochzeitskleid. 4 1/2 Uhr fuhren sie heim. Am 17 August kamen sie wieder; wir kauften für S. Atlasschuhe, Handschuhe; für Großmutter 1 Lüsterkleid; für Caroline 1 weißes Kleid, u. bestellten im Gasthof z. Pfauen das Hochzeitsessen. Die Trauung war von meiner Selma u. ihrer Großmutter auf Donnerstag 25. August 1864 Mittags 1 Uhr in der evangelischen Kirche bestimmt worden.

 

(Der folgende Abschnitt muss noch korrigiert werden: )

Sonntag 21 August fuhr ich in einem schönen, mit 2 Schimmeln bespannten Wagen zu meiner geliebten Braut; wir machten zusammen verschiedene Besuche; nach diesen wurde unter sichtbar stiller, trauriger Stimmung zu Mittag gespeist. Nach Beendigung desselben handigte mir Selma'e Vormund 550 fl von ihrem rermögen eln u. Großmutter schenkte uns Beiden 40 fl. Die Abschied~~stunde fUr keine liebste Sel-a nahte, WQ sie sollto von dem Haus, worin sie geboren, worin sie ersogen, Abschied nehmen, Abschied nehmen von der guten Großnutter, die 80 siele Jahre ihre 2 te Mutter gewesen war. Allein eo muBte geschieden sein ! Unter helßen Trknen fuhren wir echnell von dannen, begleitet von ihrem lieblichen Schwesterchen und einer Cousine Erille Piand bie zum Wald. - DKnn führte ich meine schöne, Junge Braut im &alopp ihrer neuen Heimath zu, wo wir von Frau Gritln Rctentlow, ihr Tochter u. von Prau Dr. Kne! empfengen wurde; bes letzter nah~~ Selma auch Wohnung bis zu unserm Ho¢hzeitstag. - Tagstber, wurden noch ndthige Einkkufe gemacht; ich erlegte 3 Saasen, die zum FrUhstSck besti g n, für die außwErtigen Hochseitsgäste. Punkt 1 Uhr ax 25 Q;t r 1864 fand unsre Trauung statt, 1 Stunde darauf das Hochzeitsessen. - Nach 4 Uhr buhr ich git meiner Prau heimf zogen Relsekleider an u. 5 Uhr reisten wir ab, Uber Basel nach Xeuhausb W0 wir lm Hotel belleswe einkehrten. ----August I Besor ich hier weiter ~~chrelbc, muB ich sagen, daB ich dsese Ho¢hseitßreise nur wegen Selma unternommen habe; denn es war ihr als M§dchen keine G¢legenheit geboten worden, au¢h etwas, außer ihrem Heimatsort, von d¢n herrlichen Baturschönheiten unsrer Erde sehen zu können. Deßhalb kehrten wir auch zuerst in den Gasthof ein, wo gegenUber der Rhein seine Wasserfluten seit vielen Jahrtausenden in die Tiete stUrst. - Am nächsten Morgen lieBen wir uns zum Rheinfels rudern; erkletterten denselben u. bewunderten das große Naturschauspiel; kletterten wieder herab u. reisten nach Constans, besuchten den Consiliensaal u. den Hussstein u. fuhren per Dampfer nach Rohmanahorn, wo wir einkehrten. Meine Frau bemerk*e hier einen Uhfall, den sie sich sieleicht beim Abklettern vom Rheinfallfelaen zugezogen hatte, der unsere Weiterreise aber nicht verhinderte. An folgenden Morgen reisten wir nach R2gstzw Bad Pfäffers, besuchten die wilde Taminaschlucht; fuhren zurUck, den Wallensee entlang u. übernachteten ln ZUrich. Sonntag Z8 August reisten wir über den Zuger See nach Art u, Goldan; gingen zu fuß nach Rigistaffel u. Rigikulm, wo wir, sehr ermüdetJ übernachteten. Uhterwegs hatte sich der Schweizer Consul in San Catarina in Brastlien angeschlossen. Montag 29 August standen wir frZh aufl bewunderten den SonnenaufGang;

 

wählten mit einem Führer den Abstieg vom Rigi nach Küssnacht und den Weg, von den Schiller sagte: "Durch diese hohle Gasse muß er kommen, es führt kein anderer Weg nach Küssnacht". Leider hatte mein junges Weibchen, die wegen engen Stiefeln und ungewohnten Fußtouren wieder einen Unfall bekommen. Mit Consul's fuhren wir nach Luzern und speisten zu Mittag; wir ruhten ein paar Stunden aus und am Nachmittag fuhren wir vereint über den Vierwaldstetter See nach Alpenach Stad, wo wir einkehrten. Dienstag 30 August mietheten wir mit Consul's einen Wagen; fuhren am Lungern See vorüber, passierten den herrlichen Brünnigpaß, besuchten Meiringen u. kehrten in Interlaken ein. Ich war eigentlich willens das Lauterbrunner Thal, Mürren, Grindelwald, die Reichenbachfälle und Giesbachfälle zu besuchen, da fiel mir mein Haus, in den nur fremde Menschen wohnten, und mein Garten, in dem die Rebleute beschäftigt waren, ein, und wir beide beschlossen heimzureisen. Am 30. August fuhren wir über den Thuner See nach Thun und nach Bern, wo wir einkehrten. Abends hörten wir auf der Plattform ein Concert und im Dom ein Orgelconcert. Am folgenden Morgen besahen wir die Stadt; reisten über Olten nach Basel und von da ab nach Freiburg, wo wir Abends 1 September 1864 in unserm Heim anlangten.

Unsere Wohnung war mit Girlanden und Kränzen von den Familien von Reventlow und Knef schön geschmückt worden u. 80 waren wir nun in den Hafen der Ehe eingelaufen. Meine junge Frau hatte ein schönes Stück von der Welt gesehen; ihr Unfall hatte weiter keine nachtheiligen Folgen gehabt, als er nur unsere Vergnügungen in etwas beeinträchtigte.

Am folgenden Morgen stand ich früh auf, ging in den Garten und freute mich über die Bäume voller Obst und die reifenden Trauben. Dann setzte ich mich auf meinen Lieblingsplatz unter die hohe Tanne am Bach und dachte an die Behauptung, die der schwedische lutherische Pastor 1856 in St. Petersburg ausgesprochen hatte, nämlich: daß einem jeden Menschen schon von der Geburt an seine Lebensschicksale von geheimen, himmlischen Mächten bestimmt seien, denen sich Niemand entziehen könne! Nun, fragte ich mich: War es von den geheimen Mächten bestimmt, daß ich am 4 März 1844 meine erste Reise in die Welt antrat und an denselben 4 März 1844 in weiter Ferne ein Mägdlein geboren wurde, das heute am 2 September 1864, also 20 Jahre darnach, meine vielgeliebte Frau geworden? Und so ist's geworden. Hat der schwedische Pastor recht ? oder hat er unrecht ? Jetzt saß ich in meinem kleinen Paradies, in das mir, durch den mir unbekannten Hutter, auch eine Eva herein gezaubert wurde, die sich nicht von den falschen Schlangen verführen ließ und mit der ich gemeinsam konnte vom Baum der Erkenntniß essen !

Plötzlich rufte mein schönes Weibchen zum Kaffee; ich übergab ihr meine, mir längst überdrüssig gewordene Junggesellenwirthschaft und beschäftigte mich mit dringenden Herbstgeschäften.