Nun, wohin! Meine Absicht war, nach Holland zu reisen, wo der Onkel meines Schwagers Stabstrompeter in einem holländischen Reiterregiment war, und dort wollte ich mich, durch seine Vermittlung für ein batavisches Regiment anwerben lassen.
Am 4. März 1844 reiste ich unter heißen Tränen meiner lieben guten Mutter ab, begleitet von vielen meiner Freunde bis nach Eisenach, wo der Abschiedstrunk gefeiert wurde. Nun war ich plötzlich allein auf der Straße. Auf der Höhe hinter Eisenach stand eine uralte Eiche; ich setzte mich darunter, zog das Frühstück und den Zehrpfennig, die mir meine Mutter eingepackt, aus meinem Reisetornister hervor und fand zur größten Überraschung folgenden, von meiner Mutter geschriebenen Zettel.
Die heißen Tränen stürzten mir aus den Augen und ich mußte zum ersten Mal in meinem Leben bitterlich weinen. Als ich mich ausgeweint, ging ich weiter und kam am folgenden Tag nach Fulda, wo sich mir ein niegesehener Anblick darbot. Auf den umliegenden Anhöhen standen und lagerten eine nach vielen Tausend zählende Menge Menschen, die laut beteten, sangen und umher wandelten. Auf meine Frage: was das zu beduten habe? bekam ich die kurze Antwort: "Heut ist das große Katholikenfest aller Katholiken." Da ich leider von dem großen Feste nichts verstand, wanderte ich weiter nach Gelnhausen, bewunderte die schiefen Türme und die schöne Gegend, wo französische Truppen nach der Völkerschlacht bei Leipzig die letzten Schläge in Deutschland bekommen haben. Abends kehrte ich in Frankfurt a.M. ein und am anderen Morgen fuhr ich auf einem Marktboot nach Mainz, von da mit Dampfschiff nach Mannheim, wo ich gegen Abend bei meinem Bruder Wilhelm, der in einer Möbelfabrik beschäftigt war, eintraf. Nun begannen folgende Fragen und Antworten:
Im Wirtshaus machte er mir folgende Vorschläge:
"Reise du, lieber Carl, wieder nach Hause, ich komme bald nach; dann wollen wir ein Wirtshaus pachten; du betreibst nebenher Musik und ich Schreinerei, und wenn wir Geld verdient haben, kaufen wir zusammen uns ein solches. Reise du aber vorher noch ins badische Oberland und besteige den Kaiserstuhl; dort stehen 9 Linden, worunter der deutsche Kaiser gesessen und seine großen Generale versammelt hat. Von dort aber kann man Frankreich, Deutschland und die Schweiz mit einem Blick übersehen. Dann komme wieder zu mir und kehre wieder heim."