Einleitung - über meine Vorfahren

 

Durch das Pfarramt in Merkterstädt, ein großes Dorf an der Straße von Gotha nach Eisenach und am Fuße des Hörselsberg liegend, erhielt ich 1852 nach St. Petersburg folgende erbetene schriftliche Mittheilung:

 

Johann Jakob Schleip , geboren zu Merkterstädt, wahrscheinlich zwischen 1645-1650, hatte einen Sohn Johann Jakob, geboren 1675 und 1705 mit Martha Katharina Saumbein in Merkterstädt getraut. Dieser Ehe entsprossen 1 Tochter und 2 Söhne: Simon, geboren 28. Oktober 1708 und Johann Wilhelm, geboren 25. April 1715.

Wo der Simon hingekommen, war nicht mehr zu ermitteln, wegen mangelhafter Taufbuchführung. Der zweite Sohn, Johann Wilhelm ist mein Urgroßvater; wann seine Frau gestorben ist, war ebenfalls nicht mehr zu ermitteln, sie hatten 4 Kinder:

1. Joh. Christoph, geb. 18. Oktober 1739; 2. Anna Chatarine, geb. 19. Juli 1743; 3. Wilhelm Christoph, geb. 20. Mai 1746 und 4. Cath. Dorathea, geb. 25. August 1749.

 

Wilhelm Christoph, mein Großvater, getraut mit Anna Dorothea, geb. Mattes 1771. Derselbe kaufte in Reichenbach ein kleines Bauerngut. Nachdem ihrer Ehe 8 Kinder, nemlich 5 Töchter und 3 Söhne entsprossen ware, straben beide im Jahre 1814; die Großmutter 28. März und am 20. Mai mein guter Großvater.

Das 5. Kind war mein lieber Vater:

Johann Andreas, geb. 7. Juni 1782, getraut mit

Catharine Elisabeth, geb. Oertmann, meine liebe Mutter.

Aus ihrer Ehe entsprossen 9 Kinder, von denen die ersten vier in ganz jungem Kindesalter gestorben sind, und wir übrigen

 

Johan, geb. 6. März 1810; Christine Marie, geb. 10. Oktober 1813;

Heinrich Samson, geb. 20. Januar 1817; Ernst Wilhelm, geb. 27. Dezember 1819

und:

ich selbst: Johann Carl Christoph, geb. 10. Mai 1821

Seitdem unsere Großeltern das kleine Gut käuflich erworben hatten, ist das im Herzogthum Gotha liegende kleine Dorf Reichenbach unsere theure Heimath geworden und geblieben. Allein ! seit jener Zeit ist vieles anders geworden ! Meine Brüder, ihre Frauen sind tod, deren Kinder größtentheils auch; meine Schwester u. ihr Mann u. ihre Kinder sind 1851 nach Nordamerika ausgewandert u. sind alle längst gestorben. Nur ein Sohn vom Bruder Heinrich, Edmund lebt noch und ist Postmeister in Ebersdorf in Thüringen.

Wo nun schließlich unser Familienname zuerst aufgetaucht, wird wohl in Dunkel gehüllt bleiben; obgleich in Thüringen noch eine ausgebreitete Familie Schleip ansässig ist, so hat sich dieselbe nie mit der unsrigen als verwandt betrachtet; doch ich vermute, daß dieselbe von dem am 18. Oktober 1708 geborenen Simon Schleip abstammt. Auch leben Schleips in der bayerischen Pfalz, wie der hier angeschlossene Brief eines Herrn Eduard Schleip nachweist.

Im vorstehenden Bericht glaube ich, alles gesagt zu haben, was sich auf den Familiennamen Schleip bezieht.